Ist Frieden im Alltag überhaupt möglich?

Ich hatte mich in den letzten Monaten mit persönlichen Themen eher zurückgehalten. Es ist in letzter Zeit eher mein innerer Kritiker, der federführend ist, wenn ich schreibe. Vielleicht ist es auch der Teil in mir, der noch den alten Verhaltensmustern verschrieben ist: „Was in der Familie passiert, bleibt in der Familie.“ und „Ja nicht persönlich werden.“

Der heutige Tag hatte es aber in sich.

Und ich bin mir sehr sicher, dass ich nicht die Einzige bin, die ab und zu an den Energien der Zeit zu knabbern haben. Deswegen berichte ich heute von meinem Tag in der Hoffnung, dass meine Erfahrungen Dir bei Deinen eigenen Erfahrungen weiterhelfen.

Er begann ganz normal. Okay, ich hatte, wie in den vergangenen Tagen, nicht viel geschlafen. Aber ansonsten begann er ganz normal.

Zwischen Aufstehen und Gassigehen formte sich allerdings in mir ein Wirbelsturm. Erst langsam, dann immer schneller. Es erinnerte mich an die Erkältung, die letzte Woche zu Besuch kam: Um 16 Uhr merkte ich das erste Kratzen im Hals, zwei Stunden später saß ich fiebernd und schlotternd mit Wärmflasche unter der Decke.

Ich fing direkt an zu hinterfragen und zu analysieren. Das half den Energien in mir auch nicht, runterzufahren.

Ich stellte mir die üblichen Fragen:

Ist das meins?“

Jein. Auf Nachfrage wusste ich, dass es die derzeitigen Energien sind, die turbulent durch die Gegend wirbeln. Allerdings waren die Teile in mir, die nicht in Frieden waren, wie Magnete, an denen der Sturm andocken konnte und es auch tat.

Was kann ich tun?“

„Bleib stehen“, bekam ich zur Antwort. Ich befand mich gerade passenderweise im Wald und blieb dort stehen und atmete tief durch. Puh! Es wurde schlagartig um 75% ruhiger in mir. Ich erinnerte mich, dass Sein momentan wichtiger und nährender für mich ist, als Tun. Die Hunde merkten den Unterschied in der Energie auch sofort und begannen, miteinander zu spielen. So ging ich den Herbsttag genießend langsam weiter.

Kurz danach blieb einer meiner Hunde vor einem Baum stehen, der mich einlud, mich ihm zu öffnen. Und wenn ich schon dabei sei, könne ich mich auch direkt meinem Mitgefühl mit mir selber öffnen. Er zeigte mir, dass ich die Arme ausbreiten und vertrauen, genießen solle. Das war ein schönes Bild und ich war schon bereit weiterzugehen, als er mir zu verstehen gab, dass das noch nicht alles war. Ich wandte mich ihm fragend zu und wurde von einer Welle der Liebe und des Segens erfasst, die meine Seele und mein Herz streichelten und mich tief berührten.

Der Sturm in mir war verebbt und Frieden breitete sich aus.

Temporärer Frieden.

Nachmittags holte mich ein Thema ein und fast von den Füßen, das mich bereits seit mehreren Jahren immer wieder in Intervallen und von verschiedenen Blickwinkeln beschäftigt. Mal war ich in Frieden, mal einfach nur unklar.

Heute Mittag war ich von Frieden mit dem Thema meilenweit entfernt. Ich wollte unbedingt das, was ich nicht hatte. Verzehrte mich danach und stand knapp davor, aus diesem Gefühl heraus einen Weg einzuschlagen, den ich vor Jahren bereits verlassen hatte.

Ich hörte auf meine innere Stimme und tat es nicht. Auch, wenn es mich einiges an Überwindung kostete, diesem Impuls nicht zu folgen.

Ich lenkte mich ab und abends dann, als ich mit den Hunden wieder draußen war, hatte ich plötzlich eine Klarheit und Ruhe in mir. Und das Wissen, dass ich meine tiefsten Sehnsüchte auf einen Menschen projiziert hatte.

Das was mich zutiefst beschäftigte, war gar nicht dieser Mensch, sondern nur das, wofür er solange ein Symbol war.

Solange ich die Erfüllung meines Wunsches an diesen Menschen gekoppelt hatte, konnte kein Frieden in mir sein. Die zwei Dinge hatte ich in mir auf demselben Platz abgespeichert, so dass sie lange Zeit automatisch zusammen abgerufen wurden.

Genau weiß ich nicht, was heute dazu führte, dass es zu diesem neuen Blickwinkel kam, ich bin mir aber sicher, dass wie immer verschiedene Faktoren zusammenkamen. Vor allem die Offenheit und Empfangsbereitschaft dafür, dass mein Wunsch in Erfüllung geht. Aber auch der Sturm heute morgen, der einiges in mir aufwirbelte, so dass es sich neu setzen und sortieren konnte.

Und auch meine Bereitschaft, mein Leben und all das, was es mir zeigt, anzuerkennen und die einzelnen Puzzleteile so lange immer wieder in die Hand zu nehmen, bis das Bild, das sie ergeben, eines ist, das mich stärkt und mein Herz aufgehen lässt.

Mögest auch Du die Energien der Zeit dafür nutzen, um frischen Wind in alte Gedanken zu bringen und Frieden zu finden, das wünsche ich Dir.

Frieden im Alltag | Iris Ludolf
Kategorien: Allgemein

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