Ich bin heute ganz ruhig. Randvoll mit Liebe gefüllt und von mir eingenommen.

Von sich selber eingenommen sein hat ja eine eher negative Bedeutung bekommen. Genauso wie das amerikanische Equivalent „to be full of oneself“. Aber wie schön ist es, voll von sich zu sein!

Was ist denn die Alternative? Willst Du lieber voll von den Gedanken, Meinungen, Wünschen, Erwartungen anderer sein? Dafür sind wir doch nicht hier! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass erst, als ich immer voller von mir selber wurde, ich immer offener wurde. Immer empfangsbereiter. Immer liebevoller.

Ich bin mit Sicherheit noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen, und bin sehr neugierig darauf, was das Leben für mich noch so in petto hat. Und selbst jetzt, hier, auf halber oder dreiviertel Strecke, fühle ich mich endlich ruhig. Bei mir angekommen. In mir angekommen. In der Liebe angekommen.

Die Liebe spielt eine so große Rolle in meinem Leben. Und ja, nicht nur in meinem. 🙂 Ich habe sie lange, lange Zeit weit von mir gewiesen. War dicht. Mauern und meilenweite Burggraben hatte ich errichtet. Vorhängeschlösser en masse waren angebracht – da war die Deutzer Brücke nackig im Vergleich zu meinen Türen. 🙂

Mein Weg bis heute war sehr interessant und ich möchte keine Sekunde missen. Keine Sekunde des Schmerzes, keine Sekunde der Neugier, keine Sekunde der Freude, keine Sekunde der Hoffnung. Jeder Stein auf meiner „yellow brick road“ ist mir ans Herz gewachsen. Und die Überraschung, als ich merkte, dass ich selber der Wizard von Oz bin!

Die Liebe, wie ich sie sehe, ist die Grundenergie des Lebens. Sie ist immer und überall. Wenn wir sie nicht spüren, nicht wahrnehmen, dann darum, weil wir uns vor ihr verschließen.

Es geht bzw. ging bestimmt noch anderen so wie mir:

Ich hatte zwei Dinge in mir auf demselben internen Speicherplatz abgespeichert, die miteinander nichts zu tun haben: Liebe und Schmerz. Und da ich keine Lust auf Schmerz hatte, hatte ich auch der Liebe die Tür vor der Nase zugeschlagen. Dabei war ich sehr kreativ und hatte auch mehrere Sicherheitsvorkehrungen getroffen, dass selbst, wenn ich auch nur die Idee bekommen sollte, eine Tür zu öffnen, ich sofort daran erinnert wurde, warum es diese Tür überhaupt gab.

Es hat fünf Jahre gedauert, meine Sicherheitsvorkehrungen abzubauen. Von den 50 Mauern sind alle bis auf drei in den Ruhestand getreten, bzw. haben sich aufgelöst. Die übrigen drei sind sehr leicht und können jederzeit hoch, bzw. runtergefahren werden. Und ich habe das Gefühl, dass ich schon bald vergessen habe, dass es sie gibt, weil ich sie so lange nicht gebraucht haben werde.

Heute bin ich so erfüllt von der Liebe, dass nicht viel anderes Platz hat. Erst recht keine Mauern. Ich spüre, wie ich aus mir heraus immer weiter werde, immer mehr Platz einnehme, weil es einfach so viel Liebe ist, dass der vorhandene Platz nicht ausreicht.

Da ist das Leben an sich, das mich so viel gelehrt hat, immer wieder so viele Überraschungen für mich parat hat, mir so viel Schönes geschenkt hat. Angefangen von der Sonne, die durch das Fenster kommt und meine Haut streichelt, über den Wind, die Vögel und die Natur im Allgemeinen. Ich danke Dir, dass Du mich so dermaßen auf meinem Weg unterstützt!

Da ist mein Dad, den ich vor fünf Jahren wiederfand, nachdem ich ihn 30 Jahre lang aus den Augen verloren hatte. Es ist so viel Heilung geschehen zwischen uns und geschieht immer noch. Ich bin so voller Liebe zu diesem Mann und diese Liebe wird nie versiegen, dafür bin ich zutiefst dankbar.

Da ist mein Liebster, durch den ich so vieles lernen durfte und jeden Tag auf neue lernen darf. Du bist wie Honig auf meinem Herzen und gleichzeitig hast Du eine Stärke und einen Mut in Dir, die mich immer wieder beeindrucken. Danke, dass Du mein Leben bereicherst!

Da sind meine Töchter und Enkelinnen. Jede einzelne hat ihre eigene starke Persönlichkeit. Wenn ich sie anschaue oder an sie denke, wird mein Herz immer weiter und füllt sich mit Freude, Liebe und Stolz. Danke, dass Ihr Euch mich als Eure Mutter/Oma ausgesucht habt!

Da sind meine Brüder, der eine in dieser Welt, der andere schon rübergegangen, aber immer noch ein treuer Begleiter. Gerade kriege ich das Bild von zwei Löwen, die an meiner Seite stehen. Sehr passend. Auch Euch danke ich für Euer Sein und für Euren Löwenmut.

Da sind meine Freunde und all die anderen Menschen, die durch Ihr Sein mein Leben auf verschiedenste Arten und Weisen bereichern. Mein Herz lacht, wenn ich an Euch denke. Danke!

Und da bin ich. Die Liebe zu mir selber war ein recht langer Weg. Noch ist nicht jeder Bereich dieses Weges ausgeleuchtet, und doch bin ich sehr zufrieden und höchst dankbar für diese Erleuchtungen der letzten fünf Jahre. Ich habe gelernt, immer wieder nachzufragen und den Teppich hochzunehmen, um zu schauen, ob ich da noch etwas drunter gekehrt habe.

Zu oft bin ich in meinem Leben über die Dinge gestolpert, die ich vorher dort unter den Teppich gekehrt hatte. Dadurch habe ich gelernt, immer wieder aufzustehen und auch, mein Gleichgewicht zu halten, auch dafür bin ich dankbar. Ab jetzt werde ich ein gutes Stück weiterkommen können, ohne Angst zu haben, dass ich irgendwo noch einen Stolperstein abgelegt habe.

Die einfachste Lösung ist es, tiefer zu schauen und sauber zu machen.

Ich habe auch gelernt, auf meine Grenzen zu achten und sie zu kommunizieren. Das war meine wichtigste Lektion, an der ich am längsten saß und die mir den meisten Mut abverlangte. Die beste Investition meiner Aufmerksamkeit, die ich je machte! Dadurch habe ich gelernt zu erkennen, was nicht zu mir gehört. Und ich erkannte, was zu mir gehört und habe mich nicht nur dafür geöffnet, sondern es auch für mich beansprucht. Und so wurde ich Schritt für Schritt mehr von mir eingenommen. Ich wurde standfester, stand fest mit beiden Beinen in meiner Welt. Aus dieser inneren Sicherheit heraus bin ich in der Lage diese Liebe, die in mir ist, die mich antreibt, schon meist bedingungslos zu teilen. Ich bin stolz auf mich, stolz auf meinen Weg, meinen Mut, meine Stärke, meine Offenheit. Ich habe mich selber noch nie so sehr annehmen können, wie gerade jetzt und dafür bin ich mir und den Menschen, die das ermöglichten, zutiefst dankbar.

Und ich bin neugierig darauf, was sonst noch alles möglich ist. Denn ich weiß, dass dies nur eine Momentaufnahme ist. Das Leben hat noch so viel Schönes für mich, für uns alle parat. Die Frage ist, ob wir bereit sind, es zu empfangen.

Mögen wir alle immer offener dafür sein, all die kleinen und großen Wunder, die das Leben für uns bereithält, auch anzunehmen, das wünsche ich uns.

Iris Ludolf | energetisch-systemische Lebenshilfe
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