Dieser Tage fühle ich die Verbindung zu meinen Ahnen sehr stark. Es ist, als stünde mir Opa George, mein Großvater väterlicherseits gerade sehr nahe. Ich habe ihn zu Lebzeiten nie kennengelernt, er starb vor 65 Jahren, und doch spüre ich seine Liebe und seine Unterstützung gerade in der letzten Woche besonders.

Weißt Du, wenn ein Mensch stirbt, dann stirbt nur der Körper. Die Liebe und die Seele bleiben (wobei die Seelen ja nur jeweils individuelle Ausdrucksweisen der Liebe sind).

Du hast es vielleicht auch schon nach dem Tod eines Dir nahestehenden Menschen erlebt – Du hast auf einmal einen Geruch in der Nase, die Dich an diesen Menschen erinnern, Du hattest vielleicht Begegnungen mit Tieren, und Du weißt einfach, dass es dieser Mensch ist, der Dir ein Zeichen schickt. Vielleicht träumst Du von ihm bzw. von ihr. Es gibt so viele verschiedene Wege, wie Verstorbene den Kontakt zu uns suchen.

Sie wachen über uns und helfen, so gut wie sie können. Wir können uns auch direkt an sie wenden und um Hilfe bitten. Denn vorher können sie auch nur bedingt helfen – wir Menschen sind mit dem freien Willen ausgestattet, an den sich die energetische Welt halten muss.

Kurz vor Ostern bat ein mir bekanntes Medium auf Facebook sogenannte Readings an. (Ein Medium stellt sich zur Verfügung, um Nachrichten von Verstorbenen weiterzugeben.) Ich hatte den Impuls, mich bei ihr zu melden. So trafen wir uns dann eine Woche vor Ostern online. Zum ersten Mal meldete sich mein Opa George und ließ mir ausrichten, dass er für meinen Vater da sei. Zu dem Zeitpunkt lag dieser mit Bronchitis im Krankenhaus. Ich fand es cool, dass er sich meldete und seine Hand über meinen Vater hatte, es hat mich aber nicht tief berührt.

Das änderte sich keine Woche später, an Gründonnerstag, als mein Vater mich anrief und mir mitteilte, dass die Bronchitis keine Bronchitis sei, sondern Lungenkrebs.

Ich war erstmal geschockt. Und musste diese Nachricht sacken lassen. Während dieses Prozesses kamen mir die Worte meines Großvaters wieder in den Sinn und mein Herz wurde ganz weich und ging auf. Welch eine Gnade, diese Bestätigung erhalten zu haben!

Bei einem meiner Besuche fragte ich meinen Vater, wie denn das Verhältnis zu seinem Vater gewesen war. Als er mir erzählte, dass sie ein gutes Verhältnis hatten, erzählte ich ihm von dem Reading und dass sein Vater bei ihm sei. Ich merkte, dass er zwar etwas skeptisch war, gleichzeitig aber die Tür der Hoffnung aufging und ihn der Gedanke, dass sein Vater immer noch für ihn da ist, beruhigte.

Letzte Woche dann fühlte ich die Trauer um den bevorstehenden Tod meines Vaters besonders stark. Als ich in der Küche stand und spülte, kam mich mein Großvater besuchen und ich fühlte, wie er tröstend seine Arme um mich legte und ich mich weinend an seine Brust schmiegen konnte. Er war sehr groß und vor meinem inneren Auge sah ich uns beide stehen, er so groß, dass er seinen Kopf herunterbeugen und auf meinen Kopf legen konnte.

Es war wie Balsam für meine leidende Seele.

Gestern wurde mir beim Spaziergang dann nochmal so richtig bewusst, dass ich auch mal selber Ahnin sein werde. Nicht nur für meine Töchter, sondern auch für meine Enkelkinder. Und wie dankbar ich bin, dass ich diese noch kennenlernen und Zeit mit ihnen verbringen darf.

Als ich mit der Jüngsten spazieren war und im Schatten sah, wie ich hinter ihr lief, fand ich das Bild, das sich mir bot, sehr bezeichnend und symbolträchtig.

Ahnen und Ahnenkultur der Neuzeit | Iris Ludolf | Friedensberaterin

Ich werde immer hinter meinen Kindern, Enkeln und weiteren Nachkommen stehen und ihnen beistehen und den Rücken stärken, sie zum Lachen bringen, ihnen andere Blickwinkel aufzeigen und ihnen auch mal zurück auf ihren ureigenen Weg helfen, sollten sie von ihm abkommen. Und da werde ich mich von so etwas wie den Tod auch nicht von abhalten lassen. 🙂

Die energetischen Verbindungen der Ahnen zu uns ist ein Geschenk und gleichzeitig ist eine unserer Lebensaufgabe, Familienkarma aus unserem System mit aufzulösen. Unser Leben spiegelt die Themen wieder, die im System noch unaufgelöst sind. Der Trick besteht darin, unsere Vorfahren aufzufordern, die Verantwortung, für ihren Anteil wieder zu übernehmen, damit wir von der ganzen Last nicht regungslos in einer Ecke hängen und nicht weiterkommen. Wenn wir diese Verantwortung wieder an unsere Vorfahren zurückgeben, haben wir wieder Handlungsfreiheit und können somit unsere eigene Situation einfacher lösen. Und gleichzeitig gehen wir mit gutem Vorbild voran und zeigen unseren Ahnen, wie sie ihre Situation selber in Frieden bringen können.

In den indigenen Völkern gehört Ahnenkultur zum Alltag. Sie wissen um die kraft und Macht der Ahnen. Sie wissen, dass sie uns helfen können und auch durch die unaufeglösten Geschichten und Glaubenssätze, sehr aktiv hindern. Es ist Zeit, dass wir uns auch wieder mit unseren Vorfahren befassen und uns dabei nicht von Tragödien und Traumata unseres Lebens davon abhalten lassen. Unsere Vorfahren sind nicht nur die Menschen, die wir kennengelernt haben. Zum Familiensystem gehören alle unsere Vorfahren bis zum Anfang unseres Stammbaumes und alle Menschen aus anderen Familien, die eine Familienrolle übernommen haben – Stiefeltern, Nachbarn, die die Rolle von Oma, Opa, Tante, Onkel etc. annahmen und integrierten.

Mögest Du die Verbindung zu Deinen Ahnen aufnehmen und pflegen, das wünsche ich Dir und Euch.

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