Ich war vorhin sehr berührt, als mir Barbara, bei der ich selber vor sieben Jahren meine Aufstellungsausbildung begann, dieses Bild mit den Worten sendete „Ausbildungswochenende mit Deinem Kartenset“.

Kreise schließen sich. Andere beginnen. 

Mein Selbstwert war damals, als die Ausbildung begann, nicht wirklich existent. Es ging in die Tiefe. Auch in die Kindheit.

Ich habe wenige Erinnerungen an meine  frühe Kindheit:

Ständige Anrufe bei uns, sobald meine Mutter ans Telefon ging, wurde aufgelegt. Meine Mutter sagte, dass es bestimmt mein Vater gewesen sei.

Abends bzw. nachts unheimliches Wolfsgeheul direkt vor unserem Häuschen. Meine Mutter sagte, dass es mein Vater gewesen sei.

Meine Oma starb als ich fünf Jahre alt war. Ich hatte ein enges Verhältnis zu ihr. Direkt nach ihrem Tod verließen wir Duisburg. Meine Mutter sagte, dass mein Vater versuchte, das Sorgerecht zu bekommen und uns nach England zu entführen.

Und so begann unsere Flucht. Auch, wenn ich so nie genannt wurde. Wir – meine Mutter, mein zwei Jahre älterer Bruder und ich – lebten mal in einer Pension, dann in einer Jugendherberge etc.

Zurück ließen wir meinen Vater, meinen 14 Jahre älteren Bruder und mein Opa. Sie lebten zwar nicht bei uns, sie waren aber Familie. 

Der Tod meiner Oma war nie wirklich Thema. Meine einzige Erinnerung ist, dass ich aus einem Fenster schaute, während alle zur Beerdigung gingen. Ich fühlte mich alleine.

Dieses Gefühl des Alleineseins und auch das Gefühl der Wertlosigkeit zogen sich wie ein roter Faden durch meine Kindheit und auch später waren sie präsent.

Und so stellte ich die Wünsche und Bedürfnisse anderer immer über meine eigenen.

Vor ca. 10 Jahren begann der Weg zu mir selbst. Es war nicht immer einfach. 

Ich hatte schon sehr früh gelernt, tiefen Gefühlen aus dem Weg zu gehen. Was für meine vier Töchter nicht einfach war. Da war immer ein tiefer Wunsch nach mehr. Es ging aber nicht.

Ich zeigte ihnen meine Liebe so, wie ich es konnte: Ich arbeitete ganz viel, damit sie nicht die Armut erleben mussten, die ich als Kind erlebte. Ich arbeitete von zuhause, damit sie nicht ständig alleine waren, so wie ich, als meine Mutter Tag und Nacht arbeitete.

Auch ich arbeitete Tag und Nacht. Und machte es mir zum Vorwurf. Körperlich war ich zwar anwesend, aber nicht präsent. Ich wusste, dass den Kindern etwas fehlt – und war doch nicht in der Lage, es ihnen zu geben. 

Es war ein langer Leidensweg. Für die Kinder und für mich. Es gab Zeiten, da haben von drei Töchtern nur eine mit mir gesprochen. 

Mittlerweile weiß ich warum.

Mittlerweile sehe ich die Zusammenhänge zwischen meiner Kindheit und ihrer.

Mittlerweile weiß ich, dass ich in meiner Kindheit einige Traumata erlebt habe, die u.a. dafür sorgten, dass mein Selbstwert kaum existent war. Und die dafür sorgten, dass „Familie“ für mich bedrohlich war.

Mittlerweile ist mein Verhältnis zu mir ein ganz anderes.

Mittlerweile ist ganz viel Heilung geschehen. In mir. In meiner Familie. Da ist auch immer noch Raum nach oben. 😉 

Ich habe begonnen, dem Thema Selbstwert in mir und meinem Leben ganz viel Raum gegeben. 

Sehr vieles wurde vor sieben Jahren in der Aufstellungsausbildung angestoßen.

Letztes Jahr kam mein „Sei es Dir wert“-Kartenset raus. 44 Karten mit Alltagsimpulsen für mehr Selbstwert.

Und heute begleiten diese Karten dort eine neue Ausbildungsgruppe, wo mein Weg zu mir eine neue Dimension annahm. 🙏🏻

Ich bin zutiefst dankbar. 

Dankbar für mich, für mein Ja zu mir.

Dankbar für die vielen Menschen, die mich begleitet haben und es noch heute tun.

Dankbar für die geistige Welt und ihre unermüdliche Liebe, Hingabe und Unterstützung.

Dankbar für mein Leben – für alles. Denn jede Sekunde hat mir geholfen, zu der Frau zu werden, die ich bin. Ohne die daraus resultierenden Prozesse wäre das nicht möglich gewesen. 

Dankbar für Dich, dass Du Teil meines Lebens bist – und bis hierhin gelesen hast. 😉

Und ich bin dankbar für die Woche, die mir bevorsteht. 

Ich bin gesegnet. 🙏

Categories: Allgemein

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