Seit geraumer Zeit veröffentliche ich auf YouTube u.a. auch meine Sonntagsimpulse in Form eines Videos. Das hatte ich auch heute vor, doch seit gestern bin ich erkältet oder so und meine Stimme braucht noch Schonung. Also gibt es den heutigen Impuls schriftlich.

Schon beim Wachwerden wusste ich, dass es heute um das Thema „Ahnen“ geht – also Deine Vorfahren. Es ist eines meiner Lieblingsthemen, unter anderem weil es so vielschichtig ist und so viel Raum für Heilung bietet.

Deine Ahnen sind nicht nur die Menschen, die Du in diesem Leben kennengelernt hast. Es sind auch diejenigen, die lange vor Dir gelebt haben – bis hin zum allerersten Paar Deiner Ahnenreihe aus diesem Leben.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Für mich gehören auch noch alle die aus vorherigen Leben mit dazu.



Möglicher Ursprung aller Probleme im Hier und Jetzt

Meine systemisch-energetische Arbeit als Friedensberaterin zeigt mir immer und immer wieder, dass der Grund, warum wir im Hier und Jetzt nicht weiterkommen, Probleme haben oder vor schier unlösbaren Hindernissen stehen, immer auf – meist unbewussten – Glaubenssätzen und Erwartungen beruhen, die einen von drei Ursprünge haben:

  • Nicht aufgelöste Traumata aus diesem Leben, meist aus der Kindheit.
  • Nicht aufgelöste Traumata aus dem Familiensystem, aus der Ahnenreihe.
  • Nicht aufgelöste Traumata aus früheren Leben.

Klingt vielleicht komisch, ist aber so.

Bleiben wir jetzt aber mal bei Deinem Familiensystem. Deine Ahnen können nicht nur die Quelle von Hindernissen in Deinem Hier und Jetzt sein, sondern sie können Dich auch unterstützen und stärken.

Die amerikanische Schriftstellerin Maya Angelou sagte mal, dass sie in schwierigen Situationen oder vor wichtigen Gesprächen etc. ihre Ahnen anruft und mit in den Raum bittet, um ihr den Rücken zu stärken. Genau dazu sind sie da. Unter anderem zumindest. Sie können uns auch Zugriff auf ihr Wissen und ihre Weisheit gewähren.

Die Ordnung der Liebe

Bert Hellinger hat in seiner Arbeit der systemischen Familienaufstellung den Begriff der „Ordnung der Liebe“ geprägt. Was er lehrte, und ich durch meine Erfahrungen bestätigen kann, ist, dass die Familie ein System ist, in dem eine gewisse Ordnung vorgeschrieben ist. Diese nennt sich in Familien die „Ordnung der Liebe“.

Dies sind zwei der Regeln der Ordnung der Liebe:

   – Der Erstgeborene hat Vorrang vor dem Zweitgeborenen, der wiederum vor dem Drittgeborenen usw. (Wenn z. B. der Zweitgeborene die Leitung des Familienunternehmens übernimmt und dabei die Erstgeborene übersprungen wird, gerät das System durcheinander.)

   – Innerhalb dieses Systems hat jeder das Grundrecht der Zugehörigkeit. Wurde jemand aus welchem Grund auch immer ausgestoßen oder totgeschwiegen (zum Beispiel, wenn ein Verwandter in die Nervenheilanstalt eingeliefert wurde), gerät das System durcheinander.

Du siehst, im Familiensystem hat ein jeder seinen und ihren rechtmäßigen Platz. Auch räumlich. Das kannst Du Dir so vorstellen, dass die Frau links steht, der Mann rechts, die Großeltern hinter den Eltern, die Kinder vor den Eltern, die Kinder dem Alter nach nebeneinander etc.

Im Idealfall steht jeder dort, wo er hingehört, und hat die Verantwortung für sein Leben übernommen.

Ich stelle mir das geordnete Familiensystem so vor, dass jeder auf seinem Platz steht und eine Spindel in der Hand trägt. Auf dieser Spindel ist sein Lebensfaden ordentlich aufgerollt. Das ist nämlich unsere Aufgabe: Wir sind für unseren Lebensfaden verantwortlich. Nicht unsere Eltern, nicht unsere Geschwister, nicht unser Lebenspartner. Nur wir. Wir geben die Verantwortung für unser Leben aber häufig ab, indem wir z. B. andere für uns Entscheidungen treffen und über unser Leben bestimmen lassen, sie für unsere Situation verantwortlich machen etc. In diesen Fällen geben wir unseren Faden ab.

Aber wir können wiederum auch anderen ihren Faden abnehmen, weil wir ihnen nicht zutrauen, dass sie eigenverantwortlich Entscheidungen treffen können. Dann halten wir nicht nur unsere Spindel in der Hand, sondern auch noch andere. Wenn wir Kinder haben, dann ist es richtig, dass wir ihre Spindel halten, solange die Händchen noch zu klein sind, sie selber zu halten. Wir dürfen nur nicht den richtigen Moment verpassen, ihnen ihre Spindel – die Eigenverantwortung für ihr Leben – zurückzugeben.

Wird diese Ordnung nicht respektiert, dann herrscht Chaos. Stell Dir einen Raum voller Katzen vor, die sich über Wollknäuel hermachen.

Das, was dabei rauskommt, hat Ähnlichkeit mit dem Chaos im Familiensystem.

Das zeigte sich mir sehr eindrucksvoll bei einem Ahnen-Clearing, das ich mit einer Klientin machte. Bei einem solchen Clearing geht es darum, dass jeder in der Familie ihren bzw. seinen Platz einnimmt und die Verantwortung für ihr bzw. sein Leben übernimmt, so dass die Energien wieder frei fließen und uns sowie ihnen stärkend zur Verfügung stehen.

Bei diesem Clearing war eine Ahnin sehr präsent, die sage und schreibe 16 (!) Spindeln in der Hand hielt. Also die Verantwortung für 16 Menschen trug. Und keine der Spindeln war ihre. Die Verantwortung für ihr Leben hatte sie abgegeben.

Frage an Dich:

Für wie viele Menschen trägst Du aktuell die Verantwortung? (Was ist die erste Zahl, die in Gedanken aufploppte?)

Und trägst Du die Verantwortung für Dein eigenes Leben? (Kam Dir dazu ein Ja oder ein Nein?)

Durch ein solches Ahnen-Clearing kann Dir die Kraft Deiner Ahnen ungehindert von Verwicklungen der Familiengeschichte den Rücken stärken. Alte Familienmuster werden gelöst, die Dich und Dein Verhalten bislang blockierten. Dadurch wird sehr viel Energie freigesetzt, die nach vorne ins System fließt – zu Dir und den anderen noch lebenden Familienangehörigen.

Der Kontakt mit Deinen Ahnen wirkt sich auf ganz viele unterschiedliche Weise auf Dein Leben aus.

Alles, was Deine Ahnen erlebt haben, ist im Familiensystem gespeichert: alle Freude, alle Liebe, alles Wissen, alles Können, aber auch alles Leid, alle Trauer, alle Traumata. All diese Erfahrungen stehen Dir zur Verfügung. Entweder als Hilfsmittel oder als Lernaufgaben.

Eine der Aufgaben Deines Lebens ist es, das Familiensystem so gut, wie Du es vermagst, zu klären, zu heilen. Das kannst Du auch. Allerdings nur, wenn Dir diese Aufgabe bewusst ist und Du sie übernimmst. Keine Sorge, das ist meist keine Extraarbeit, denn die Themen, die Du hast, sind Themen vieler Deiner Ahnen. Wenn Du sie in Deinem Leben bewusst auch für Deine Ahnen heilst, geschieht tiefe, generationsübergreifende Heilung. Dafür bist Du hier.

Aber Deine Ahnen sind nicht nur „Arbeit“, sondern sie sind auch da, um Dir zu helfen, zu unterstützen. All die Erfahrungen, die sie gemacht haben, all ihr Wissen, steht Dir zur Verfügung. Auch dazu ist es nötig, Dir dessen bewusst zu sein.

Du kannst Dich bei Problemen gezielt an Deine Ahnen wenden. Wenn Du ein Geschäft führst und Probleme hast, bitte die Dir wohlwollenden Ahnen um Hilfe. Wie immer achte auf ihre antworten. Das können Synchronizitäten sein, das können Gedanken und Ideen sein, die Du plötzlich hast. Das kann ein Liedtext sein, der Dich weiterbringt, ein Satz aus einer Werbung, etwas, was beim Umschalten „hängenbleibt“ etc.

Hast Du Probleme in Deiner Ehe, bitte die Euch wohlwollenden Ahnen aus beiden Familien um Hilfe. Bitte sie, energetisch zu tun, was sie können, um den Frieden und die Harmonie in Deinem Leben und Eurer Ehe wiederherzustellen.

Es gibt so viele „Einsatzmöglichkeiten“ … Öffne Dich Deiner Intuition und lass Dich führen.

In der westlichen Welt ist es bislang eher unüblich gewesen, sich um die eigenen Ahnen zu kümmern, den Kontakt herzustellen und die Liebe fließen zu lassen. Und ja, auch Frieden herzustellen.

In der östlichen Welt und auch für indigene Völker ist es dagegen ganz normal sie zu verehren, ihnen einen Schrein aufzustellen etc.

Denn unsere Ahnen haben den Weg für uns bereitet. Ohne sie gäbe es uns nicht. Das alleine ist schon Grund, ihnen Ehre zu erweisen.

Möglichkeiten, den Kontakt zu Deinen Ahnen herzustellen und ihn zu halten:

Ahnenplatz
Du kannst eine Ecke in Deiner Wohnung Deinen Ahnen widmen. Am besten in Richtung Westen, denn der Westen ist die Himmelsrichtung der Ahnen. Diesen Platz kannst Du auf vielfältige Art und Weise herrichten:

Kerze
Ein Ahnenlicht ist schön. Du kannst Dich für eine Kerze entscheiden, die entweder ständig brennt oder nur zu bestimmten Zeiten, oder ein Teelicht nehmen. Wichtig ist hier, dass Du die Kerze bzw. das Teelicht bewusst mit der Intention der Ahnenehrung entzündest.

Bilder
Wenn Du hast und möchtest, kannst Du eine Collage oder auch einzelne Bilder Deiner Ahnen aufstellen oder aufhängen.

Pflanzen
Das Heidekraut (Erika) sorgt für Harmonie zwischen den Lebenden und den Verstorbenen.

Räuchern
Es gibt verschiedene Kräuter, die man zu Ehren der Ahnen verräuchern kann. Man kann sie auch verwenden, um den Kontakt zu ihnen zu vereinfachen. Dazu gehören u. a. Mistelwurzel, Holunderblüten, Wacholderspitzen, Angelikawurzel, Löwenzahnwurzel, Iriswurzel, Eisenkraut, Ringelblume, Rosenwurzel, Beifuß und Weide.

Steine
Steine sind selber sehr, sehr alt. Wenn Du eine Affinität zu Steinen hast, kannst Du einen Stein, der Dich anspricht, zu Deinem Ahnenstein deklarieren.

Worte
Dürfen natürlich nicht fehlen. 🙂 Wenn Du magst, kannst Du auch einfach nur das Wort „Ahnen“ oder etwas, was Dich anspricht, so gestalten, wie es Dir gefällt. Bringe es an der Wand an oder stelle bzw. lege es irgendwo auf. Deiner Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Ahnenhäuschen
Du kannst, auch gerade zu den Raunächten, im Garten ein Ahnenhäuschen aufstellen. Es gibt Teelichtbehälter in Form von Häusern, Du kannst es auch selber basteln. Auch hier sind Deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Google mal nach „Ahnenhäuschen“ und lass Dich inspirieren.

Eines liegt all dem Zugrunde: Sobald Dein Blick auf das fällt, was Du für Deine Ahnen hergerichtet hast, ist die Verbindung schon automatisch hergestellt. Deswegen ist es gut, diesen Platz dort einzurichten, wo Du jeden Tag hinschaust und nicht irgendwo unter der Treppe. 🙂

Je öfter Du es tust, desto einfacher geht es. Das kannst Du mit Muskeltraining vergleichen, in dem Fall ist es Dein „Ahnenmuskel“.

Räucher- und Kerzenrituale verstärken diese Verbindung.

Dadurch wird mit der Zeit auch die Kommunikation vereinfacht. Deine Ahnen werden merken, dass Du den Kontakt wünschst und dass Du dranbleibst.

Was ich bei meinen Ahnen-Clearings immer wieder feststelle: Unsere Ahnen wollen mit uns kommunizieren und warten nur darauf, dass wir uns ihnen öffnen.

Mach mal. 🙂

Möge sich die Verbindung zu Deinen Ahnen stärken und festigen, das wünsche ich Dir.

Iris Ludolf | energetisch-systemische Lebenshilfe | Unterschrift

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