2014 lebte ich mit meinen Kindern in unserem Haus in Mettmann. Die Kinder sagten uns damals schon, dass sie Dinge wahrnahmen, die sie sich nicht erklären konnten und dass sie verschiedene Gestalten sahen, die teils weiß waren, teils grau, teils sehr dunkel. Mein damaliger Mann und ich hatten dies allerdings leider nicht ernst genommen und machten uns auch lustig drüber.
Bis zu dem einen Tag. an dem sich im Vorfeld schon einiges Dramatische ereignet hatte. Es fing eigentlich auch schon ein paar Tage vorher an, als eine meine Töchter mir aus der Schule eine Nachricht schickte und sagte, dass nachts irgendwas versucht hätte, sie aus dem Bett zu ziehen.
Auf jeden Fall stand ich an dem besagten Tag mit dieser Tochter in unserem sogenannten Durchgangszimmer, von dem aus die Schlafzimmer abgingen und man auch in den Garten gehen konnte. Wir standen an der Tür, die in den anderen Teil des Hauses führte und unterhielten uns.
Auf einmal kam vom Garten aus eine Energie auf uns zu, bei der sich mir die Nackenhaare aufstellten. Sie erinnerte mich sehr stark an die Dementoren-Energie aus Harry Potter. Mit der einen Hand nahm ich meine Tochter, schob sie rückwärts aus der Tür raus, mit der anderen Hand gebot ich dieser Energie Halt und sagte laut: „Stopp! Du bleibst da!“, ging selbst rückwärts, machte die Tür zu und atmete erstmal tief durch.
Später wurde mir klar, dass nicht die Tür diese Energie aufgehalten hatte, sondern meine klare Anweisung, meine klaren Grenzen.
Ich war froh, dass meine Tochter dabei gewesen war, denn sonst hätte ich mir gesagt, dass ich mir das ganze nur eingebildet hätte. So war das nicht möglich.
Meine Töchter und ich kampierten die nächsten zwei Wochen gemeinsam im Wohnzimmer. Ich kontaktierte ein Medium, das ich „zufällig“ kurz vorher kennengelernt hatte und räucherte, was das Zeug hielt, stellte Kerzen auf etc.
Erst ein paar Monate später erfuhr ich dann, warum wir in diesem Haus so viele merkwürdige Dinge erlebten.
Ins kalte Wasser geworfen
Du siehst: Ich wurde ins kalte Wasser geworfen, als es Zeit war, mich mit dem Unsichtbaren zu beschäftigen und zur Spiritualität zu finden.
Dieses Erlebnis, zu dem es auch noch eine Fortsetzung gibt, hat Türen aufgerissen, deren Existenz mir gar nicht bewusst war. So begann ich mich dafür zu öffnen. Ich ging zu Meditationen, beschäftigte mich mit Energien, mit Trance-Reisen und, und, und. Anfangs nahm ich nichts wahr. Bei Meditationen schlief ich ein, später sah ich erst Farben. Erst als ich dran blieb, immer weitermachte und wirklich den Willen hatte, diesen Teil von mir kennenzulernen und mich dafür zu öffnen, kam dann nach und nach mehr dazu.
Mir halfen alltagstaugliche Dinge: Da ich nicht mit einem Pendel durch den Supermarkt gehen wollte, verwendete ich das Körperpendel, um mit meinem Körper Kontakt aufzunehmen und ihn zu fragen, welche Lebensmittel er denn haben wollte und welche nicht.
Wenn ich jetzt so draufschaue, glaube ich, dass der Prozess parallel lief: Je mehr ich wahrnahm, was ich brauchte desto mehr Bereiche wurden „freigeschaltet“. Die Arbeit mit dem Medium lief parallel und schaltete die „übersinnliche Wahrnehmung“ Schritt für Schritt frei. Durch den Besuch von Kursen am Arthur Findlay College habe ich das noch weiter trainiert.
Dann lernte ich die Aufstellungsarbeit kennen und damit wurde ich dann Schritt für Schritt an meine Kindheitsthemen herangeführt, die ich größtenteils dissoziiert hatte. So wurde der Bereich „Emotionen fühlen“ freigeschaltet, der bei mir jahrelang stark unterdrückt war.
Im Alltag lernte ich wahrzunehmen, wo ich über meine Grenzen ging, was sich für mich nicht stimmig anfühlte, was sich stimmig anfühlte. Ich lernte wahrzunehmen, was ich will, was mir Freude macht, was mein Interesse weckt. Ich lernte die Wahrnehmungen zu unterscheiden. Ich lernte, auf meinen inneren Kompass zu hören.
Auf anderer Ebene wurde der „Kontakt zu Gott“ intensiver. Ich hatte ihm vorher nicht wirklich meine Aufmerksamkeit geschenkt. Habe nicht über ihn nachgedacht, bis ich Ende 2015 eine sehr tiefgreifende spirituelle Erfahrung machte, die mich zunächst vollständig von den Füßen geholt hatte. Seitdem ist meine Verbindung zu ihm, Jesus/Yeshua und auch zu Mutter Maria und Maria Magdalena sehr viel intensiver.
All das half mir dabei, mich meinen Themen und Traumata und den dazugehörigen Gefühlen, Gedankenmustern und, und, und zu stellen.
Mein Verständnis von Spiritualität
Wenn ich heute auf diese Jahre zurückblicke, erkenne ich, dass all diese Erfahrungen Teil eines einzigen Weges waren. Es war nicht erst die Begegnung mit Energien, nicht die Arbeit mit Medien, nicht die Aufstellungsarbeit und auch nicht die intensivere Beziehung zu Gott, die meine Spiritualität ausmachen. Es war der gesamte Weg, auf dem sich meine Wahrnehmung Schritt für Schritt erweitert hat.

Ich begann mit meinem Körper. Ich lernte wahrzunehmen, was ihm guttut und was nicht. Mit der Zeit kamen weitere Ebenen hinzu. Ich lernte meine Gefühle bewusster wahrzunehmen, meine Grenzen zu spüren, zwischen Angst und Intuition zu unterscheiden und immer feiner zu erkennen, was sich für mich stimmig anfühlt und was nicht. Parallel dazu vertiefte sich auch meine Beziehung zu Gott und zur geistigen Welt.
Im Rückblick wurde mir klar, dass all diese Bereiche miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Je bewusster ich meinen Körper wahrnahm, desto leichter fiel mir der Zugang zu meinen Gefühlen. Je mehr ich meinen Gefühlen vertraute, desto klarer wurde meine Intuition. Je mehr ich mich mit Spiritualität beschäftigte, desto mehr Vertrauen gewann ich in meine Wahrnehmung. Und je mehr ich meiner Wahrnehmung vertraute, desto mehr vertraute ich auch mir selbst.
So entstand nach und nach mein heutiges Verständnis von Spiritualität.
Spiritualität ist vielschichtig
Für mich ist Spiritualität vielschichtig.
1. Spiritualität gehört zum Menschsein.
Nach heutigem neurowissenschaftlichem Stand sind Spiritualität und Religion tief im menschlichen Gehirn verankert. Sie sind keine Fähigkeit weniger Menschen, sondern gehören zu unserem Menschsein.
2. Es gibt mehr als die materielle Welt.
Ich bin überzeugt, dass unsere Wirklichkeit viel größer ist als das, was wir sehen und anfassen können. Dazu gehören für mich unter anderem Energie, Bewusstsein, innere Räume und geistige Ebenen. Nicht alles lässt sich messen. Eher das wenigste. Und gleichzeitig können wir vieles davon erfahren.
3. Spiritualität ermöglicht Beziehung.
Sie eröffnet Begegnungsräume. Mit uns selbst. Mit unseren inneren Anteilen. Mit der geistigen Welt. Mit Verstorbenen. Mit der Natur. Mit Gott oder mit dem, was jeder Mensch für sich als etwas Größeres erlebt. Wie wir diese Wirklichkeit benennen, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass wir wieder lernen, mit ihr in Beziehung zu treten.
4. Die Beschäftigung mit Spiritualität stärkt das Vertrauen in unsere Wahrnehmung.
Meine Erfahrung ist, dass die bewusste Beschäftigung mit Spiritualität das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung stärkt. Je mehr wir unserer Wahrnehmung vertrauen, desto mehr vertrauen wir auch uns selbst. Wir erkennen unsere Grenzen klarer, treffen stimmigere Entscheidungen und finden Schritt für Schritt zurück zu uns selbst. Für mich beginnt genau dort der innere Frieden.
Der Weg zurück zu uns selbst
Spiritualität bedeutet für mich deshalb nicht, möglichst außergewöhnliche Erfahrungen zu machen oder Dinge wahrzunehmen, die andere nicht wahrnehmen. Sie bedeutet für mich, den Kontakt zu mir selbst immer weiter zu vertiefen und dadurch auch den Kontakt zu allem, was über die materielle Welt hinausgeht.
Dieser Weg sieht bei jedem Menschen anders aus. Manche beginnen über ihren Körper. Andere über ihre Gefühle, die Natur, das Gebet, Meditation oder aus einer Krise heraus. Entscheidend ist aus meiner Sicht nicht, wo wir beginnen, sondern dass wir bereit sind, unserer Wahrnehmung wieder Raum zu geben und Schritt für Schritt lernen, ihr zu vertrauen.
Denn je mehr wir unserer Wahrnehmung vertrauen, desto mehr vertrauen wir auch uns selbst. Und genau dort beginnt für mich der Weg zurück zu uns selbst.
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Absatz aktualisiert – 20.05.2026
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