Als ich begann, wieder wahrzunehmen

Die ersten Meditationen

Als ich 2014 begann, zu Gruppenmeditationen zu gehen, gehörte ich zu denjenigen, die währenddessen laut schnarchten und sich hinterher an nichts erinnern konnten.

Andere erzählten nach den Meditationen von Bildern, inneren Reisen oder Begegnungen. Ich saß daneben und wusste oft nicht einmal, wann ich eingeschlafen war.

Und trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass dabei „nichts“ passiert.

Im Gegenteil. Ich ging schon damals davon aus, dass die Meditation auf einer anderen Ebene wirkte. Dass mein System gewissermaßen ausgetrickst wurde. Denn gerade im Schlaf sind wir oft besonders offen für Informationen und innere Prozesse.

Mit der Zeit begann sich langsam etwas zu verändern.

Zuerst nahm ich Farben wahr. Dann begann ich Bilder eher zu fühlen als klar zu sehen. Ich wusste manchmal einfach, dass etwas da war oder wie etwas aussah, ohne es logisch erklären zu können.

Es war weniger ein bewusstes Sehen als vielmehr ein inneres Wahrnehmen.

Wahrnehmung mitten im Alltag

Parallel dazu passierten damals in unserem Haus Dinge, die ich nicht rational erklären konnte. Und je mehr ich mich darauf einließ, desto mehr begann ich zu merken, wie verschüttet meine Wahrnehmung vorher eigentlich gewesen war, weil ich viele Jahre fast ausschließlich über Denken, Alltag und Funktionieren gelebt hatte.

Mit der Zeit zeigte sich diese Wahrnehmung aber nicht nur in Meditationen oder spirituellen Erfahrungen, sondern immer mehr mitten im Alltag.

Ich begann deutlicher zu merken, welche Menschen mir guttaten und welche mich Energie kosteten.

Bei einer Frau fiel es mir damals besonders stark auf. Einmal saß sie im Auto hinter mir. Während der Fahrt wurde ich immer müder und konnte kaum noch die Augen offen halten. Einige Zeit später saß dieselbe Frau bei einem Vortrag wieder hinter mir und erneut kämpfte ich massiv mit Müdigkeit.

Sobald sie in meiner Nähe war, reagierte mein System.

Damals begann ich überhaupt erst zu verstehen, dass Menschen nicht nur durch Worte aufeinander wirken, sondern auch durch ihre Energie, ihre Stimmung und das, was sie innerlich mitbringen.

Mit der Zeit nahm ich immer bewusster wahr:
welche Orte sich leicht anfühlten und welche schwer,
welche Gespräche Kraft gaben und welche erschöpften,
welche Filme, Nachrichten oder Gedanken innerlich Stress erzeugten,
und wie sehr mein eigenes inneres Erleben beeinflusste, wie ich mich fühlte.

Energie bewusster verstehen

Wahrnehmung ist nicht einfach „da“ oder „nicht da“.

Sie kann verschüttet sein.
Überlagert von Alltag, Druck, Gedanken und ständigem Funktionieren.

Und gleichzeitig können wir Schritt für Schritt wieder lernen, bewusst mit ihr in Verbindung zu gehen.

Genau darum geht es später auch im vierten Modul von Frieden im KopfVorschau.

Nicht nur darum, Wahrnehmung wieder bewusster werden zu lassen. Sondern auch darum zu verstehen, wie sehr unser inneres Erleben von den Dingen beeinflusst wird, mit denen wir uns täglich umgeben.

Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns im zweiten Monat sehr intensiv.

Fragen an Dich

Vielleicht magst Du heute einmal bewusst darauf achten:

Welche Menschen, Situationen oder Dinge geben Dir Energie?
Und bei welchen merkst Du, dass sie Dich eher erschöpfen oder innerlich unruhig machen?


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Absatz aktualisiert – 20.05.2026


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